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Auf Langlaufski durch Norwegen

Es ist Silvesterabend. Wir sitzen gemütlich in unserer kleinen Hütte. Draußen sind es -7°C und hier drinnen dank des hochmodernen Pelletofen muggelige 16 °C!!. Hinter uns haben wir eine wunderschöne Langlauftour um den Bjørkåsen. Wir haben vom Gipfel den Sonnenuntergang beobachtet und sind dann im Dunkeln mit Stirnlampe abgefahren. Besser kann man doch nicht ins neue Jahr starten, denken wir – dann geht der Ofen aus.

Die Landschaft um den Femundsee hat mich bei der Klarälven-Tour schon so begeistert, dass ich sie auch mal im Winter sehen wollte. Auf dem zugefrorenen See kam Paddeln nicht in Frage und so liehen wir uns Langlaufskier und fuhren für eine Woche los nach Norwegen.

Sonnenuntergang an einem Fluss mit Bergkulisse im Hintergrund

Die Region Hedmark gehört zu den Kältesten in Norwegen. Durch die Binnenlage nah an der Grenze zu Schweden gibt es dort kein maritimes Klima. Sanfte Gipfelanstiege machen das Gebiet zum optimalen Trainingsgebiet für Schlittenhunde. Unsere Vermieter haben gleich 24 von der Rasse Alaskan Malamute. Zu gerne würden wir einen davon mal vor uns spannen, um uns damit die langen Anstiege zu erleichtern.

Frau auf Skiern in Berglandschaft

Obwohl die Tage mit 7 Stunden Sonnenlicht kurz sind, verwöhnt uns meistens die Wintersonne. Oft erreichen uns die tiefen Sonnenstrahlen aber erst, nachdem wir 100 Höhenmetern erklommen haben. Der Lohn ist danach häufig eine aufregend bis angsteinflößende Abfahrt. Mit den schmalen Langläufern enden so einige Geschwindigkeitsfahrten in einer Schneewehe.

Für Silvester haben wir uns die wohlmöglich schönste Tagestour aufgehoben. Der Sonne entgegen laufen wir zur Sumundshytta. Abseits von den klassischen Touristenwegen treffen wir nur eine handvoll Norweger, die diesen Tag auch am liebsten draußen mit ihrer Familie verbringen. Eine Stunde nach Sonnenuntergang leuchtet der Himmel immer noch knallrot. Für die Abfahrt zurück zu unserer Hütte ziehen wir trotzdem lieber die Stirnlampen auf und rasen dann mit Flutlicht die Loipe herunter. Dieses Mal ohne in einer Schneewehe abzubremsen.

Abendrot in Norwegen

Zurück in der Hütte wärmen wir uns mit Tee und Suppe auf und erleben dann wie uns der Ofen im Stich lässt. Fehlercode ATTE HIGH TEMP. Die Vermieter sind nicht zu Hause, also müssen wir uns entscheiden:

  1. Den Abend im Bett zu verbringen
  2. Den Ofen zu reparieren

Im Internet finden wir die Bedienungsanleitung und versuchen uns an der Reparatur: Neustart, Neustart, Ändern der Betriebstemperatur, Ausleeren des Aschkastens, Neustart, Säubern der Brennkammer, Neustart. Mittlerweile sind es 9 Grad in der Hütte. Wir ziehen den Stecker, stecken ihn wieder rein und starten ein letztes Mal den verflixten Pelletofen. Es hat geklappt. Die Hütte wird wieder warm und wir feiern (mehr den Ofen, als Silvester).

Nachthimmel mit nachtleuchtenden Wolken

Loipeninfo: skisporet.no

Karte: norgeskart.no

Hütte: escapade-norvegienne.com