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Rebel Ilaga Test

Schon seit langer Zeit wünsche ich mir ein Grönlandkajak. Ich finde die klaren Linien dieser traditionellen Seekajaks wunderschön. Trenk, Vereinskollege aus Flensburg und Inhaber von Seakayaking Germany, hat einen Rebel Ilaga direkt unter meinem Skim Braveheart LV liegen. In komplett schwarzer Farbe hat der Ilaga mein Interesse geweckt und Trenk ließ mich seinen testen.

Das Schöne am Paddeln ist doch, dass man so nah am Wasser ist.

Und mit dem Ilaga ist man näher am Wasser als mit jedem modernen Seekajak. Die 10 km lange Teststrecke führte vom EFKK um die Ochseninseln und wieder zurück. Auf dem Hinweg wehten die 4 Bft schräg von vorne, mit etwa 1/3 Skeg fuhr der Ilaga aber schön geradeaus.

Überrascht war ich, wie trocken man trotz des flachen Rumpfes bleibt. Bei meinem Differ ist hinter der vorderen Luke eine Kante, die Wellen wie eine Rampe ins Gesicht schießt. Ich habe mittlerweile gelernt, die Angriffe mit der Paddelrückseite früh genug zu blocken. Mit dem Ilaga werde ich aber erst im Gesicht nass, wenn die Wellen auch bis dahin reichen.

Heute mal ausnahmsweise ohne Schwimmweste. Die hätte farblich einfach nicht gepasst.

Der Rebel Ilaga ist eine Weiterentwicklung des alten Tahe Greenland. Unter anderem wird nun ein anderer Sitz verbaut, der das Ablegen auf das hintere Deck sehr angenehm macht.

Zum Grönlandkajak gehört selbstverständlich auch ein Grönlandpaddel.

 

Sobald ich auf dem Rückweg aus dem Inselschutz der Ochseninseln raus bin, kann ich gut die Wellen abreiten. Dabei ist der Ilaga unglaublich kippstabil, fast schon langweilig für ein Grönlandkajak.

Durch die gute Beweglichkeit im Cockpit schaffe ich es, die Kamera etwas weiter von mir auf dem Kajak zu platzieren als ich es normaler Weise auf dem Wasser schaffe.

 

 

 

Zum Schluss das Highlight, die Grönlandrollen. Under the hull sculling roll klappt mehrmals auch gegen die Wellen und sogar zum ersten Mal die Elbow Roll. Das Kajak macht schon viel aus. Bei den forward finishing hand rolls kann ich bei der Intensität gemütlich einen Gang runter schalten im Vergleich zu meinem Differ.

Mit dem reingelegten Schaum wird der Masik im Skin-on-frame Kajak simuliert, wodurch man perfekten Halt hat.

Fazit: Ein sehr elegantes Kajak, das besonders beim Rollen seine Vorzüge hat. Das Cockpit ist großzügig genug geschnitten, sodass die Beine nicht einschlafen und man problemlos 2 Stunden übersteht. Bei genügend Rumpfstabilität stört der fehlende Rückengurt überhaupt nicht und fördert sogar das aufrechte Sitzen. Leider habe ich keine Messwerte oder direkte Vergleiche, was die Geschwindigkeit anbelangt. Mein Empfinden hätte sich aber etwas mehr Leichtläufigkeit gewünscht. Mit der richtigen Technik sollte das Ein- und Aussteigen durch die kleine Ocean Cockpit Luke kein Problem sein. Ein großer Vorteil der kleinen Luke ist die gute Abdichtbarkeit und die Möglichkeit, mit dem Schaum einen Masik zu simulieren. Bei einem Grönlandkajak für mich ein Must-Have.