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Kieler Bucht Runde

Die Kieler Bucht ist größer, als die meisten denken. Schon länger hatte ich eine Runde um die Kieler Bucht im Kopf. Gemeinsam hatten wir eine Woche Zeit und wollten möglichst viele dänische Insel sehen. Deswegen sind wir nicht in Kiel, sondern in Falshöft gestartet. Mit dabei war Nopa und unser ehemaliger Vereinskollege Norbert.

Der persönliche Trainingsstand und die Tourerfahrungen waren in unserer Gruppe auf unterschiedlichem Niveau. Unsere Runde mit den vielen Querungen, würde so nur bei moderaten Windverhältnissen funktionieren.

 

Als crossing

Erster Tag, erste Querung. Unser Ziel ist ein Shelter Übernachtungsplatz Nähe Mommark.

 

Lighthouse Als

Gammel Pøl Leuchtturm

 

Drejø coast

Westküste von Drejø

 

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Foto: Norbert

Der Naturhafen von Drejø hält sogar kostengünstiges Bier für seine Besucher bereit.

 

Ærø Fähre und Kajak

Überfahrt von Drejø nach Hjortø. Die Fahrrinne ist dort so schmal, dass man problemlos nah neben der Ærø Fähre paddeln kann.

 

Arrow Ivalu Test

Der Kajak Club von Marstal hatte einen Arrow Ivalu als Vereinsboot und erlaubte uns diesen zu testen. Ich fand den Ivalu schon immer interessant und bin wirklich traurig, dass dieser nicht mehr auf dem Markt ist.

 

Marstal Strandhäuser

Am dritten Tag wollten wir nicht wieder durch den Hafen aus Marstal paddeln. Stattdessen paddelten wir das kurze Stück vom Vereinssteg zu den Strandhäusern von Erikshale und trugen die Kajaks die 30 m über den kurzen Strandabschnitt. Wieder im Wasser paddelten wir bei Kaiserwetter um den südlichen Zipfel von Langeland. Der Bereich am Südkap von Langeland mit den vielen Klints gefiel uns allen besonders gut. Dieser Teil ist nochmal eine Reise wert.

 

Kajak Sailing

Nachdem wir um das Kap herum waren, kam unser nächstes Ziel Lolland in Sicht. Zusätzlich konnten wir auch schon wieder nach Deutschland gucken. Wir sahen die Windkraftanlagen von Fehmarn und den Bungsberg mit dem Fernsehturm. Nach einer Pause machten wir uns an die Querung des Langelandsbelts. Weil wir etwas südlicher von der schmalsten Stelle querten, war zwar die Querung etwas weiter, unsere Gesamtstrecke dafür aber etwas kürzer. Der Strom am Langelandsbelt kann auch bei ruhigen Bedingungen 3 km/h überschreiten, aber mit unserer Streckenführung umgingen wir den Hauptstrom auch gleichzeitig etwas. Der Tag war eine deutliche Steigerung unserer bisherigen Etappen. Zum einen nutzten wir das gute Wetter, aber es war auch gleichzeitig ein Testlauf für die Querung des Fehmarnbelts.

 

Abend Kaffee

Wunderbarer Abend am Strand von Næsby. Auf der anderen Seite sehen wir Teile von Fehmarn.

 

Fehmarnbelt Querung

Am Morgen vor der geplanten Querung sagte uns der Wetterbericht für den gesamten Tag Nordwind mit 3-4 Beaufort voraus. Dazu prognostizierte die Fehmarnbelt Boje 0,3 m Wellenhöhe, was natürlich irgendwo nicht ganz stimmen konnte. Als Alternative gab es die Fahrt zum Fährhafen Rødby und dann die Überfahrt an Bord der Schiffe von der Vogelfluglinie. Nopa ging es am Vorabend ganz gut vom Rücken und auch am Morgen hatte er ein gutes Gefühl. Also entschieden wir uns alle, anstatt die 21 km nach Rødby zu paddeln, einfach den direkten Weg (23 km) auf eigenem Kiel über den Belt zu wagen.

38.167 Schiffspassagen im Jahr 2014

– Täglicher Hafenbericht 29. Juli 2015, S. 2

Das Verkehrstrennungsgebiet des Kiel-Ostsee-Wegs hilft bei der Einschätzung der Schiffsrouten. Unsere Querung wurde nur durch die Nähe zum Langelandsbelt etwas komplizierter, weil dort einige Schiffe den Kiel-Ostsee-Weg verlassen und in den Langelandsbelt abbiegen oder sich erst in das Verkehrstrennungsgebiet einordnen müssen. Verkehrstrennungsgebiete dürfen, damit man es möglichst schnell durchquert, auch bei Strömung nur mit rechtwinkligen Kiel zur allgemeinen Verkehrsrichtung durchquert werden. Bei uns hat es im mittleren Teil des Belts schon etwas geströmt, sodass dies gerade noch möglich war, ohne Fehmarn zu verpassen.

 

Fehmarnbelt Wasser

Kurz bevor wir den Leuchtturm von Westermarkelsdorf erreichten, frischte es noch etwas auf. Norbert hatte richtig Spaß mit seinem Segel und konnte die Wellen am besten abreiten. Da wurde ich das erste Mal etwas neidisch auf das Segel.

 

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Foto: Norbert

Sonnenuntergang von Norbert aus dem Zelt aus fotografiert.

 

Steingrund

Am 6. Tag bekamen wir ”keinen Wind aus allen Richtungen“ und dazu Sonnenschein pur. Auch wenn sich das eher nach entspanntem Strandurlaub als Seekajakfahren anhört, wollten wir diesen Tag nutzen. Wir paddelten entspannt, aber ausdauernd und kamen unserem Ziel Kiel immer näher. Bei solchen Bedingungen kann man ohne große Anstrengung viele Kilometer machen.

 

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Steilküste bei Heiligenhafen

 

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Und schon wieder segelt Norbert. So viel Glück mit dem Wind auf einem Rundkurs kann man doch eigentlich gar nicht haben.

 

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Verrückte Stimmung durch den Mondschein. Der nebenan gelegene Leuchtturm Neuland, blieb an dem Tag jedoch aus.

 

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Nach 7 Tagen kamen wir alle gemeinsam an unserem Steg in Kiel an. Irgendwie haben wir alle vorher nicht so richtig daran geglaubt, dass es wirklich so passieren würde. Bei anderen Bedingungen wäre es vielleicht auch anders gekommen. Wer die Tour auch mal machen möchte, sollte zur Sicherheit vielleicht etwas mehr Zeit einplanen. Wir sind froh, dass es so geklappt hat.

Auf unserer Tour lagen mehrere Naturschutzgebiete, aber gerade mitten in der Kieler Förde treffen wir schließlich auf eine Gruppe Schweinswale. Auch wenn ich das Stück Kiel – Falshöft wirklich schon öfters gepaddelt bin, juckt es mich jetzt trotzdem noch etwas in den Fingern, den letzten Abschnitt doch noch einmal zu paddeln, um die Runde komplett zu kriegen.

(Dies ist der Blogartikel zu unserer Tour. Es wird auch noch einen kleinen Film dazu geben.)

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